13.03.2020

Rundfunkbeitrag

Wärt ihr doch zuhause geblieben

Die Ministerpräsidenten haben die Erhöhung des Rundfunkbeitrags auf 18,36 Euro beschlossen - und damit den Weg bereitet für das Ausbluten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Rundfunk: Einschnitte ins Programm zu befürchten. Foto: Horst Galuschka

An Hinweisen und Kritik an der viel zu niedrigen Anhebung des Rundfunkbeitrags bestand kein Mangel. Seit Details aus dem KEF-Bericht durchsickerten, war klar, dass 86 Cent mehr als bisher in Wahrheit eine Fortschreibung der jetzigen Mittel bedeuten, die den Rundfunkanstalten zufließen. Bisher sind es 17,50 Euro plus 85 Cent aus der Reserve. Das Plus beträgt nach dem Beschluss der Ministerpräsidenten also gerade mal einen Cent.

 

Damit ist klar, dass ARD und ZDF nicht in der Lage sein werden, die Teuerungsrate auszugleichen. Sie erhalten kein zusätzliches Geld für steigende Mieten, Produktionskosten und Gehälter. Die unabwendbare Folge werden Einschnitte in die Programme sein. Das wird die Unterhaltung treffen und auch die Information. Zu befürchten sind weniger Aufträge für die Freien im Rundfunk und weniger Stellen in den Redaktionen.

 

Das alles war bekannt, bevor die Ministerpräsidenten jetzt zusammenkamen und ihren Beschluss fassten. Nun ist es an den Länderparlamenten, ihren eigenen Länderchefs die Zustimmung zu verweigern. Einfacher wäre es gewesen, die Ministerpräsidenten wären wegen Corona zu Hause geblieben.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner