19.03.2020

Wirtschaftsgipfel NRW

Rettungsschirm auch für Freiberufler

Der DJV-NRW begrüßt den heute verabschiedeten Rettungsschirm der Landesregierung. „Auch viele Medienhäuser bekommen in diesen Tagen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise mit voller Wucht zu spüren“, so der DJV-Landesvorsitzende Frank Stach. Er sorgt sich angesichts einbrechender Werbeeinnahmen vor allem um die 44 Lokalfunksender in NRW.

Gerade in diesen Zeiten sind wir auf verlässlichen lokalen Journalismus angewiesen. Und wenn schon große Medienhäuser in die Kurzarbeit gehen oder zumindest offen darüber nachdenken, benötigen die kleinen Einheiten der lokalen Sender umso mehr jede Hilfe, die sie bekommen können“, so Stach weiter. Da sei es gut, dass die Landesregierung schnell handele.

 

Deutlich mehr versprochen hatte sich der DJV-NRW allerdings mit Blick auf die vielen freiberuflich tätigen Journalistinnen und Journalisten: So konkret der Schirm für Unternehmen ist, so schwammig ist er mit Blick auf die tausenden Freiberufler. „Dabei sind die Kolleg*innen von den Auswirkungen der Krise am stärksten betroffen. Sie verdienen sowieso oft schon am Existenzminimum und stehen angesichts der Einschränkungen des öffentlichen Lebens von heute auf morgen oft ohne jede Einnahme da“, weiß Stach. Dabei seien gerade sie es, die die Seiten der Zeitungen und das Programm vieler Lokalsender füllen. „Hier sind andere Bundesländer deutlich weiter“, kritisiert der DJV-Landesvorsitzende. So habe Bayern ein Hilfspaket aufgelegt, mit dem Freiberufler bereits heute bis zu 5.000 Euro bekommen können. Der Berliner Regierende Bürgermeister hat bis zu 15.000 Euro konkret zugesagt.

 

Der DJV-NRW fordert die Landesregierung auf, den Weg zu diesen finanziellen Mitteln jetzt so schnell es geht frei zu machen. Weiter müssen vor allem für die frei beschäftigten Kolleg*innen, die vor allem unter den wegbrechenden Einnahmen leiden, Zwischenfinanzierungsmodelle geschaffen und Mittel aus Hilfsfonds zur Verfügung gestellt werden.  „Wir brauchen einen Rettungsschirm auch für Freiberufler“, so Stach. „Und wir brauchen ihn jetzt!“

 

Für ausführlichere Informationen und Tipps zum Thema Journalismus und Corona hat der Verband eine eigene Internetseite eingerichtet: djv-nrw.de/corona

Der DJV hat außerdem einen Forderungskatalog zum Umgang mit Journalismus und Journalist*innen in der Corona-Krise erstellt: djv.de/corona

 

Anprechpartnerin: Marie Kirschstein und Volkmar Kah, 0211/233 99-0