06.12.2019

DJV-NRW kritisiert Entlassungen bei Mindener Tagesblatt

Medienkonzentration vernichtet Arbeitsplätze

Der DJV-NRW kritisiert die heute bekannt gewordene Kündigung der Mantelredakteur*Innen des Mindener Tageblatts. „Das ist wieder einmal Ausdruck mangelnden verlegerischen Mutes in die Zukunft ihres eigenen Produktes zu investieren“, sagt Landesgeschäftsführer Volkmar Kah.

Hintergrund der Entlassung von vier Kolleginnen und Kollegen ist, dass wesentliche Teile des Mantels des Minder Tagesblatts künftig von der Redaktionsgemeinschaft der Ostwestfälisch-Lippischen Zeitungsverlage geliefert werden. Vier Kolleginnen und Kollegen der Tageszeitung aus Minden wurden nun aufgrund der neuen redaktionellen Kooperation gekündigt. Darüber hat die Geschäftsleitung die Beschäftigten informiert. Der DJV-NRW fordert dazu auf, von weiteren Kündigungen abzusehen.

Kah findet deutliche Worte zu den aktuellen Entwicklungen in OWL: „Medienkonzentration wie wir sie in diesem Jahr in Ostwestfalen gleich an mehreren Standorten erleben, ist für eine plurale Informationsgesellschaft schlimm genug. Dass nun die vermeintlichen Synergien zur schnöden Gewinnmaximierung genutzt werden und nicht dazu, das eigene Produkt näher an den Leser*innen und damit sicherer in die Zukunft zu bringen, ist ein unternehmerisches Armutszeugnis. Statt die Kolleginnen und Kollegen vor die Tür zu setzen, hätte man ihre Kompetenz an anderer Stelle für Zukunftsprojekte nutzen können. Nehmen Sie die Kündigungen zurück, investieren Sie in die Zukunft ihres eigenen Unternehmens“.

„Mit dem rasanten Abbau von noch mehr redaktionellen Arbeitsplätzen im Lokalen muss Schluss sein.“ Das gelte auch für andere ostwestfälische Standorte: In Gütersloh stehen nach der Schließung der Redaktion Gütersloh des Westfalenblattes ebenfalls acht journalistische Arbeitsplätze zur Disposition (DJV-NRW berichtete). Ob es auch beim Westfalenblatt, das seit der de facto Übernahme durch die Verlagsgruppe Aschendorff aus Münster einen rasanten Umbauprozess mitmacht, zu Kündigungen kommt, ist noch offen.

 

Kontakt: Marie Kirschstein, Pressestelle, 0211 233 99-200