11.02.2020

Safer Internet Day

Influencer & Meinungsmacht

In Deutschland lautet das Motto dieses Jahr „Idole im Netz. Influencer & Meinungsmacht“. Für Medien und Journalismus könnte das Thema nicht passender gewählt sein.

Völlig zurecht hat die Initiative klicksafe den diesjährigen Safer Internet Day Influencer*innen und ihrem Einfluss auf die Meinungsbildung gewidmet: Das Videoportal YouTube ist das beliebteste Internetangebot bei Jugendlichen, Influencer*innen in den verschiedenen sozialen Medien haben großen Einfluss auf Meinungen und Einstellungen, nicht nur bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, womit sie Medien und professionellem Journalismus mittlerweile häufig den Rang ablaufen. 

 

Irgendwas passiert da also im Internet und wer nicht genau aufpasst, droht den Anschluss zu verlieren. Aber statt Sicherheit und Souveränität herrscht im Umgang mit Internet-Themen gerade bei den Entscheider*innen der oberen Ebenen in den Medienhäusern oft noch Unsicherheit, Verunsicherung oder schlicht und ergreifend Ignoranz.

 

Und wirklich gut steht es um die Sicherheit von kritischen und meinungsstarken Journalist*innen im Netz ebenfalls nicht. Hass und Hetze aus dem Netz terrorisieren Kolleg*innen wie Richard Gutjahr und andere nicht nur online, sondern werden auch ganz real zur Bedrohung. Schnell wird aus einer inhaltlichen Auseinandersetzung „Hate Speech“, zu oft folgte in der jüngeren Vergangenheit daraus eine Gefahr für die körperliche Unversehrtheit.

 

Aber auch jenseits dieser Extreme stellt sich die Frage nach dem Verhältnis und der Abgrenzung von Journalist*innen und Influencer*innen. Wer nimmt wie wieviel Einfluss auf die Meinungsmacht – und wollen wir das auf diese Art und Weise? Antworten darauf zu finden wird in den kommenden Jahren eine der wichtigsten Aufgaben für Medien und Journalismus sein.

 

Ein Kommentar von Paul Eschenhagen