17.03.2020

Corona-Virus

DJV fordert von Geschäftsleitung klare Absicherung für Freie im WDR

Der Vorstand der DJV-Betriebsgruppe ist angesichts der Corona-Krise in großer Sorge. Wohl noch Wochen werden die Auswirkungen zu spüren sein und sich massiv auf freie Journalist*innen und Medienschaffende des WDR auswirken.

Wir fordern die Geschäftsleitung daher auf, unkompliziert und schnell einen Hilfsfonds für Freie aufzulegen und diesen sofort zu aktivieren. Beispielsweise könnte der Härtefallfonds auf die jetzige Situation angepasst und mit den entsprechenden Mitteln ausgestattet werden.

Darüber hinaus brauchen freie Kolleg*innen klare Regelungen in diesen unübersichtlichen Zeiten.
Wir fordern deshalb die vorübergehende Abschaffung der Karenztage im Tarifvertrag für den Sozial- und Bestandsschutz. Des weiteren halten wir für das Jahr 2020 eine Unschädlichkeitsklausel für den Bestandsschutz notwendig: Sollten Freie in diesem Jahr nicht auf die erforderlichen Tätigkeitstage kommen, wäre das für den über Jahre sich aufbauenden Bestandsschutz unschädlich. Wir halten es für selbstverständlich, dass ausfallende Dienste mit einem Tagessatz in Höhe des Urlaubsgeldes vergütet werden. Sollten ganze Sendungen wie die Lokalzeiten ausfallen, bräuchte es ebenfalls angemessene Kompensationen für Freie. Ebenfalls sollte es Kulanzregelungen für Kolleg*innen geben, die aufgrund COVID-19 aus dem 12a-Status herausfallen. Der DJV pocht auch darauf, dass für Freie, die wegen Corona derzeit mehr als sonst unterwegs sind, die Prognose gelockert wird.

Wir in der DJV-Betriebsgruppe spüren derzeit eine große Verunsicherung unter den Mitarbeitenden. Immer mehr Freie wenden sich an uns, weil Aufträge weg brechen, Dienste ausfallen oder Protagonisten absagen. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass Freie ihre monatlichen Kosten nicht mehr bestreiten können.

Der WDR hat als öffentlich-rechtlicher Sender gegenüber seinen Freien eine Verantwortung. Es gibt klare Regelungen für Feste. Diese muss es auch für Freie geben. Immerhin hat der WDR rund 2.000 schutzbedürftige 12a-Freie, und die brauchen jetzt eine klare Aussage Ihres Auftraggebers. Es geht darum, schnell und unkompliziert zu helfen. An Geld kann es nicht mangeln, denn anders als Umsätze in der freien Wirtschaft, brechen die Rundfunkbeiträge durch die Krise nicht weg.

Freie müssen gerade jetzt dieselbe Wertschätzung bekommen wie Feste!

Ansprechpartner*innen: Karen Gesierich, Stephanie Funk-Hajdamowicz, Frank Stach (Vorstand der Betriebsgruppe DJV im WDR)